Katholische Grundschule Petersdorf
Hauptstraße 16 – 26219 Petersdorf
Telefon: 04494 / 1336 E-Mail: gs.petersdorf@gmx.de
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Methodenkonzept

1. Lehrerhandeln im Unterricht

Die Kolleginnen arbeiten nach einem abgestimmten Konzept für die Unterrichtsgestaltung und berücksichtigen Erkenntnisse der Lern- und Unterrichtsforschung. Das Kollegium der Katholischen Grundschule Petersdorf trifft sich regelmäßig zu Dienstbesprechungen und Fachkonferenzen, um Unterrichtskonzepte zu erarbeiten, Leistungsbewertung zu diskutieren und Absprachen zu vereinbaren.

Hilf mir, es selbst zu tun Maria Montessori

1.2. Methodenkompetenz

Die Lehrkräfte und Pädagogischen Mitarbeiterinnen der Katholischen Grundschule haben sich die Erweiterung der Methodenkompetenz auf Seiten der Schülerinnen und Schüler zur Aufgabe gemacht. Im Laufe der vierjährigen Grundschulzeit sollen die Schülerinnen und Schüler Methoden kennen lernen und internalisieren, mit denen sie das Lernen lernen.

Ziel des Methodentrainings ist es, die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen einer sich immer stärker verändernden Gesellschaft vorzubereiten und ihnen den Start in den weiterführenden Schulen zu erleichtern. Der Pädagoge Heinz Klippert sieht Methodenkompetenz als Schlüssel zu mehr Mündigkeit sowie zur Förderung des Lernerfolgs und der Lernmotivation der Schüler ( Vgl. Klippert.)

Die Katholische Grundschule Petersdorf strebt folgende Ziele an:
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit erwerben:
sich Informationen zu beschaffen
Informationen zu strukturieren und zu bearbeiten
Ergebnisse von Verarbeitungsprozessen richtig zu interpretieren
Ergebnisse in geeigneter Form zu präsentieren.
Problemlösungstechniken anzuwenden
Selbsttätigkeit
Lernen ist Informationserwerb und zugleich der Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Für den Unterricht bedeutet dies die Integration methodischer Kompetenzen und Wissenserwerb. Die Katholische Grundschule Petersdorf hat sich beim Methodentraining für ein spiralförmiges Curriculum entschieden, d.h. die Schülerinnen und Schüler erlernen ab der Klasse 1 grundlegende Methoden, auf denen aufbauend bis zur Klasse 4 gearbeitet wird. Die Arbeitsmethoden werden fächerübergreifend erarbeitet und eingeübt. Die Katholische Grundschule Petersdorf lehnt sich bei der Strukturierung an die Grundsätze von Klippert an:
Selbstständige Informationsgewinnung
Produktive Informationsverarbeitung
Argumentation und Kommunikation
Systematisches Üben und Wiederholen

1.1.1. Selbstständige Informationsgewinnung

Themengebundenes Sammeln von Materialien
Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, Dinge mit in den Unterricht zu bringen. Diese Aufgabenstellung fordert zum Sammeln, Ordnen, Forschen und Strukturieren auf. Erstklässler bringen passend zum eingeführten Buchstaben Gegenstände oder Bilder mit. Aufsteigend wird diese Form der Informationsgewinnung anspruchsvoller und erfordert differenzierte Wahrnehmung und Auswahl von Materialien.

Clustern
Beim Clustern werden Assoziationen zum Thema freigesetzt, visualisiert und geordnet. Diese Methode kann als Themeneinstieg der Ermittlung des Vorwissens dienen, ebenso als Ideenbörse oder als Sammlung genutzt werden.
Clustern fördert die Sozialkompetenz, da Partner oder Gruppen wertfrei zu einem Wort oder einem Satz Assoziationen aufschreiben und durch Pfeile oder Striche Zusammenhänge herstellen, wobei bestimmte Gruppenregeln beachtet werden müssen.

Mind- Mapping
Um einen Begriff oder ein Problem herum entstehen Landkarten der Gedanken, der Wünsche etc., die Wichtiges von Unwichtigem optisch trennen und Interdependenzen, Gedankenwege etc. verdeutlichen. Mit dieser Methode werden ( subjektive ) Verflechtungen und Komplexitäten transparent gemacht, Kommunikation gefördert und alle Schülerinnen und Schüler miteinbezogen. Diese Methode eignet sich z. B. für den Sachunterricht oder den Religionsunterricht.

Texte erschließen
Diese Methode ist für alle Jahrgänge sowie für alle Fächer besonders wichtig. Die Texte unterscheiden sich im Umfang, im Schwierigkeitsgrad und durch die Art der Aufgabenstellung.

Wir kennen verschiedene Möglichkeiten der Texterschließung. Lesen mit dem Bleistift: Wichtige Textstellen werden je nach Aufgabenstellung unterstrichen. Diese Methode dient der selbstständigen Texterschließung und wird langsam angebahnt. Gleichzeitig wird der Umgang mit dem Lineal oder mit anderen Formen der Markierung eingeübt.

Fragenfindung
Nach selbstständigem Lesen sollen die Schülerinnen und Schüler eine vorgegebene Anzahl von Fragen zum Text formulieren. Diese Art der Texterschließung fördert das intensivere Lesen.

Schlüsselbegriffe klären
Schwerpunkt der Erarbeitung liegt in der Semantik. Bestimmte Begriffe werden herausgearbeitet und geklärt, wobei der Kontextbezug einen hohen Stellenwert bekommt und mit der subjektiven Vorstellung verglichen wird.

Textteile antizipieren
Ausgehend von dem Titel, der Überschrift des Textes, dem Buchtitel, dem Textanfang kann eine Leseerwartung formuliert, eine Geschichte geschrieben oder fortgesetzt werden. Antizipation oder Hypothesenbildung sind Bestandteile des Leseprozesses und können schon in der ersten Klasse angebahnt werden.

Texte rekonstruieren
Texte sind durch Satzbau, der inhaltlichen Bedeutung und den Textaufbau geprägt. Schülerinnen und Schüler sollen z. B. durch das Ordnen der ungeordneten Einzelteile erkennen, wie der Autor einen Text entwickelt hat.

Texte ergänzen
Schülerinnen und Schüler sollen fehlende Schlüsselwörter, Überschriften oder Wörter ergänzen oder den Text vervollständigen. Ihre Arbeitsergebnisse sollen sie diskutieren und mit dem Originaltext vergleichen

Texte vom Ende her erschließen
Schülerinnen und Schüler lesen den Text vom Ende her und erschließen sich durch Fragen den übrigen Text. Anschließend wird der restliche Text gelesen.

Texte gliedern
Der ungegliederte Text wird durch Satzgrenzen, Abschnitte, Satzzeichen gegliedert. Die richtige Gliederung zeigt das Textverständnis. Einfache Formen sind die richtige Schreibweise eines Textes, der in Kleinbuchstaben geschrieben wurde.

Texte bildnerisch umsetzen
Bestimmte Texte bieten die Möglichkeit bildnerisch umgesetzt zu werden. Ein Vergleich der Bilder verdeutlicht Unterschiede im Textverständnis.

Texte szenisch umsetzen
Manche Texte enthalten eine spielbare Handlung. Ein Vergleich mehrerer Gruppenergebnisse gibt Hinweise auf das Textverständnis

Arbeit mit Nachschlagewerken
Kenntnis des Alphabets ist für diese Methode wichtigste Voraussetzung. Schülerinnen und Schüler erwerben beim Umgang mit diesen Werken und dem Duden im Laufe der Grundschulzeit wichtige Kompetenzen für lebenslanges Lernen. In den unterschiedlichen Klassenstufen werden die Anforderungen gesteigert.

1.1.2. Produktive Informationsverarbeitung
Ordnungstechniken
Schülerinnen und Schüler müssen lernen, sich selbst zu organisieren:
Arbeitplatz einrichten und aufräumen
Zeit einteilen
Arbeitmaterial erkennen und unterscheiden
Arbeitsblätter abheften
Hausaufgaben notieren und erledigen
Tasche ordnen
Arbeitsaufträge verstehen
Arbeit mit der Kartei
Arbeit mit anderen Lernmaterialien
Arbeit mit Lernprogrammen am PC

Verständlich schreiben
Entwicklung einer formklaren und flüssigen Schrift
Inhaltlich zusammenhängend schreiben
Anbahnung eines Rechtschreibgespürs
Sicherheit in der Rechtschreibung erlangen
Zu Bildern Wörter oder Sätze schreiben
Kleine Texte schreiben

Texte überarbeiten
Schülerinnen und Schüler sollen einige Verfahren zur Textüberarbeitung kennen lernen. Dies kann unter Vorgabe bestimmter Kriterien durch Rückmeldung innerhalb einer Gruppe geschehen, z. B. Satzanfänge, Erzählzeit etc. Schülertexte werden besprochen. Es soll gelernt werden, Veränderungen einzuarbeiten. Rechtschreibkontrolle durch den Einsatz des Wörterbuches unterstützt Textarbeit.

Auswertung und Präsentation
Arbeitsergebnisse präsentieren
Texte und Bilder präsentieren
Wandzeitung gestalten
Mündliches Vortragen der Ergebnisse
Hausaufgaben vortragen und auswerten
Vortragen von Gruppenergebnissen
Anbahnung von Reflexion

1.1.3. Argumentation und Kommunikation
Gesprächsregeln
Erarbeitete Regeln sollten schriftlich fixiert und visualisiert werden. Symbolkarten unterstützen die Wirkung. Gesprächsregeln müssen bereits im ersten Schuljahr eingeführt und im Laufe der Grundschulzeit erweitert werden.
leise sein
sich melden
nur einer spricht
zuhören
einander anschauen
ausreden lassen
anderen das Wort erteilen
sich sachbezogen äußern
nicht abschweifen
Fragen stellen
eigene Meinung begründen
andere Meinungen akzeptieren
an andere Äußerungen anknüpfen
Gespräche leiten
Gesprächsverhalten reflektieren

Gesprächsregel müssen systematisch und regelmäßig trainiert werden. Gemeinsame Übereinkünfte aller Kolleginnen sind wichtig, um Schülerinnen und Schülern Sicherheit zu vermitteln. Ritualisierte Situationen bieten gezielt Gelegenheit, Gesprächsregeln zu trainieren:
Gesprächskreise zum Wochenbeginn oder -abschluss
Streitgespräche
Diskussionen
Klassenrat
Stuhlkreis nach Erarbeitungsphasen zur Präsentation von Ergebnissen
Reflexion über Arbeitsphasen

1.1.4. Systematisches Üben und Wiederholen
In einigen Bereichen ist systematisches Training unerlässlich, um Nachhaltigkeit zu erhöhen. Gedächtnistraining kann durch verschiedene Übungsformen und Übungsmaterialien unterstützt werden.

 

Stand: März 2007

 

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