Katholische Grundschule Petersdorf
Hauptstraße 16 – 26219 Petersdorf
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Lesekompetenz

1. Lesekompetenz

Lesen ist neben der Fähigkeit, Gedrucktes und Geschriebenes zu entziffern und in Sprache umzusetzen vor allem die Kompetenz, Sach- und Sinnzusammenhänge zu erschließen. Ohne Verstehen kann noch nicht von „Lesen“ gesprochen werden. Der technische Vorgang des Buchstabenverschleifens und des Umsetzens von Buchstaben in Laute bzw. Buchstabenverbindungen in korrekt klingende Worte zeigt die Fähigkeit des Rekodierens. Dies ist jedoch nur eine untergeordnete Teilfertigkeit. Entscheidend ist das Dekodieren von Bedeutungen, die Entnahme von Informationen etc. aus Texten.

Der Leser muss in der Lage sein, unterschiedliche Texte hinsichtlich der Aussage, der Absicht, der formalen Struktur und der Einordnung in einen größeren Zusammenhang zu nutzen. Ein sicherer Umgang mit Texten bedeutet für den Schüler nicht nur ein erfolgreiches Lernen im Deutschunterricht, sondern ist eine allgemeine Voraussetzung für das Verstehen von Texten. Lesen ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben und Basis für selbstständiges Lernen, durch Wissenserweiterung und Entwicklung der eigenen Fähigkeiten. Lesen ist Schlüsselqualifikation – Lesen ist Schlüssel zur Welt.

2. Ziele des Leselehrgangs

Für den Leselehrgang werden folgende Punkte hervorgehoben:

Die ausgewählten Texte müssen dem Entwicklungsstand der Schüler entsprechen.
Die Inhalte ihrem Sprachvermögen angemessen sein und ihren Erfahrungs- und Erlebnisbereich erweitern.
Der Übergang von der Fibel zum Lesebuch sollte durch kurze Texte und entsprechende Schriftgröße erleichtert werden. Gleichzeitig ist der Einsatz von Einzelschriften, Bilder- und Kinderbüchern wünschenswert. Wo immer es möglich ist, sollte das Lesen mit dem Schreiben verbunden werden, da sich beide Vorgänge gegenseitig unterstützen.
Am Ende des Leselehrganges sollten bei den Schülern folgende Kompetenzen verfügbar sein:
o einfache, unbekannte Texte vorlesen und über den Inhalt Auskunft geben können
o einzelne Wörter richtig vorlesen können
o den Inhalt mündlich zusammenfassen und auf gezielte Fragen antworten können
o Einfache schriftliche Arbeitsanweisungen sollten zu lesen und umzusetzen sein
Die grundlegende Technik des Lesens beherrscht der Schüler, wenn die bei Punkt 4
geforderten Lesekompetenzen vorliegen
Ziele und Aufgaben für das 1. und 2. Schuljahr:
o erkennen, dass Wörter, Sätze und Texte der Schriftsprache Zeichen sind, die eine Bedeutung tragen.
o erfassen, dass gesprochene Laute in der Schrift durch Buchstaben repräsentiert werden.
o altersgemäßen Texten den Sinn entnehmen können.
o Die Lesegenauigkeit, der Lesefluss, die Textgestaltung und die Artikulation sollte zumindest zufrieden stellend bis gut sein.

3. Maßnahmen zur Förderung der Lesekompetenz an der Katholischen Grundschule Petersdorf

3.1. Erwerb der Lesetechnik
In den ersten beiden Schuljahren werden Methoden zum Erwerb der Lesetechnik mit dem Fibel-Leselehrgang und Lesen durch Schreiben angewendet. Im Förderbereich wird die Silbenlesemethode als Ergänzung hinzugenommen.

3.2. Vorlesen
Vorlesen fördert bei jüngeren Schülerinnen und Schülern, bei denen die Lesefertigkeit noch nicht so stark ausgeprägt ist das Interesse und die Freude an Texten, Geschichten und letztlich an Literatur. Auch in den dritten und vierten Schuljahren kann durch Vorlesen – auch von Schülerinnen und Schülern – die Freude und das Interesse weiterentwickelt werden. Die Katholische Grundschule Petersdorf versucht, im Laufe des Jahres, Vorlesezeiten in den Unterricht einzubauen.
Lesepatenschaften der Klasse vier mit der Klasse eins zeigen, dass beide Schülergruppen motiviert sind, solche Formen des voneinander Lernens zu praktizieren.
Für die Zukunft ist geplant, ähnliche Erfahrungsräume für die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten zu ermöglichen. Vorlesestunden sind zwischen den Klassen und den Vorschulkindern geplant, wenn sie nach den Osterferien wöchentlich die Schule besuchen.

3.3. Klassenlektüre
In der dritten und vierten Klasse werden Ganzschriften gelesen. Die Schule verfügt über verschiedene Titel als Klassensatz. Bei der Auswahl eines neuen Titels im Schuljahr 2008/09 sollen die Schülerinnen und Schüler verstärkt mit einbezogen werden.

3.4. Buchvorstellung
Die Präsentation eines frei gewählten Buchtitels im Rahmen des Deutschunterrichts wird vorzugsweise im vierten Schuljahr durchgeführt.

3.5. Schulbücherei
Die Schulbücherei ist ein wichtiger Ort zur Förderung der Lesekompetenz und zur Weckung des Interesses an Literatur. Jede Klasse hat die Möglichkeit, in der „Lesezeit“ in die Schulbücherei zu gehen und dort eine Stunde zu gestalten. Zu bestimmten Zeiten besteht die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler sich alleine dort aufhalten und Bücher lesen oder ausleihen. Alle Schülerinnen und Schüler werden mit dem Ausleih- und Ordnungssystem in unserer Schulbücherei vertraut gemacht. Pfleglicher Umgang und das Zurückstellen an den Stammplatz sind wichtige Regel, die es einzuhalten gilt.

3.6. Leseplätze
Auf dem Flur und in der Pausenhalle gibt es Bücherangebote, die allen Schülerinnen und Schüler zugänglich sind. Hier werden Angebote gemacht, die Leseanfänger ansprechen, themengebunden zusammengestellt sind oder Neuanschaffungen vorstellen.

3.7. Bücherkiste
Alle Kolleginnen haben die Möglichkeit, zu bestimmten Themen oder für ein bestimmtes Lesalter Lesekisten zusammenzustellen und in der Klasse anzubieten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so die Möglichkeit, sich zu Themen aus dem Sachunterricht Materialien zu eigenen Recherche zu entleihen oder nur zu schmökern.

3.8. Zusammenarbeit mit der KÖB Petersdorf
Die Jahrgänge drei und vier gehen gemeinsam in die Gemeindebücherei. Dort werden sie mit dem Angebot und dem Ausleihverfahren vertraut gemacht. Gerne stellen die Mitarbeiterinnen vor Ort auch Lesekisten zusammen, die von der Schule ausgeliehen werden können.

3.9. Buchvorstellungen durch Buchläden
Die Katholische Grundschule Petersdorf bietet Eltern die Möglichkeit, die Lesefreude ihrer Kinder zu wecken oder zu unterstützen. Referenten und Vertreter von Buchläden werden eingeladen, um neue Bücher vorzustellen.

3.10. Zusammenarbeit mit Eltern
Elternmitarbeit ist auch bei der Leseförderung wichtig. Bei Beratungsgesprächen oder auf Elternabenden wird immer wieder auf die Vorbildfunktion der eigenen Lesehaltung hingewiesen. Vorlesen aus Bilder- und Kinderbüchern fördert nicht nur Lesefreude, sondern auch Beziehung. Gemeinsame Besuche der KÖB oder der Kauf eines Buches trägt ebenfalls dazu bei. Interesse der Eltern am Lesefortschritt ihrer Kinder durch regelmäßiges oder tägliches sich Vorlesen lassen stärkt und fördert die Motivation der Kinder.

Es gibt viele Möglichkeiten, Freude und Lust am Lesen zu wecken und zu verstärken.
Lesefreude und Leselust sind Voraussetzung für eine ausgeprägte Lesekultur.

 

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