Clogging

 

Clogging gehört zur großen Familie des „Step dancing“, genauso wie der in Europa wesentlich bekanntere Stepptanz („tap dancing“). Clogging und Stepptanz haben die gleichen Wurzeln. Im Laufe der Zeit hat sich ihre Entwicklung aber getrennt.

Clogging hat sich aus verschiedenen Former europäischer Tänze entwickelt (z.B. Irish Jig und English Step Dancing). Er wurde insbesondere in den Appalachen in den Vereinigten Staaten gepflegt und dort als Appalachian Flatfooting oder manchmal auch als Buckdancing bezeichnet. Daraus entstand dann in den dreißiger und vierziger Jahren das moderne Clogging.

 Im wesentlichen besteht Clogging aus acht Grundschritten, die die Grundlage für alle Schrittkombinationen bilden. Meistens wird mit dem linken Fuß begonnen. Getanzt wird mit so genannten taps, „Steppeisen“, die ähnlich sind wie die, die man für Stepptanz verwendet. In der Regel benutzt man die (doppelten) Jingle Taps. Traditionell wird zu Blue Grass und Country & Western Musik getanzt. Heutzutage verwendet man jede Art von Musik; von Popmusik bis hin zu Techno oder auch Irisch.

 Getanzt wird vor allem ohne Partner, oft in Reihen (sog. Line Dances). Es gibt aber auch Clogging Tänze mit Partnern (Duets) oder Formationen wie bei Contra Dance und Square Dance. Der Tanzleiter, Clogging Instructor genannt, gibt die Schritte bzw. die Schrittkombinationen an und übt sie ein. Die schriftliche Weitergabe der Tänze erfolgt auf so genannten Cue-Sheets.

 In Deutschland wird ungefähr seit Mitte der achtziger Jahre Clogging in Gruppen und Vereinen getanzt. Zur Zeit bestehen ca. 330 Clogging Gruppen unterschiedlicher Größe. Seit fünf Jahren entstehen immer neue Gruppen. In unserer Region existieren z.B. Vereine in Cloppenburg und Emden. Sie sind der „ECTA“ (European Callers and Teachers Association e. V. ) angeschlossen.

 In den Vereinen ist es üblich, nach 16 gelernten Grundschritten eine „Graduation“ abzulegen. Dann ist man durchaus in der Lage, nicht nur „Easy-Intermediate“, sondern „Intermediate“ mit immer länger werdenden Schrittkombinationen oder später „High Intermediate“ mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad tänzerisch zu bewältigen.

 Seit ca. sechs Jahren bietet Frau Schweiger „Cloggen“ als Arbeitgemeinschaft an der Katholischen Grundschule Petersdorf an. Frau Schweiger ist selber erfahrene und ambitionierte Clogging-Tänzerin. Die AG wird grundsätzlich für ein ganzes Schuljahr angeboten, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis die Schülerinnen so weit sind, dass sie auch auftreten können. Die Tänzerinnen treten bei Schulveranstaltungen oder auch öffentlich auf. Bei Pfarrfamilienfesten, beim Heimatverein, bei Seniorenveranstaltungen, im Park der Gärten oder bei Vereinsfeiern begeistern die Tänzerinnen mit ihren Darbietungen das Publikum. Es ist schade, dass wenig Jungen an der AG teilnehmen. Vielleicht ändert sich das bald wieder.

 Die Schülerinnen lernen in einem Jahr bis zu zwanzig Schritte, die bei jedem Lied immer neu variiert werden. Hilfreich ist ein gutes Rhythmusgefühl. Es lässt sich aber immer wieder beobachten, dass sich Präzision und das Hineinhören in die Musik im Laufe des Jahres verbessern.

 Wer den Anfang verpasst oder einen Fehler macht, hat große Mühe, wieder den Anschluss zu finden. Voraussetzung ist eine unglaublich hohe Konzentration während des gesamten Liedes. Frau Schweiger beobachtet immer wieder, dass die Mädchen im Laufe des Schuljahres von selbst konzentrierter, aufmerksamer und auch ehrgeiziger werden. Vor geplanten Auftritten üben die Tänzerinnen täglich selbstständig, bis alles perfekt „sitzt“. Die ehrliche Bewunderung aller Schülerinnen und Schüler bei Proben oder Vorführungen, sowie die Reaktion des außerschulischen Publikums stärken das Selbstwertgefühl der Mädchen in besonderem Maße. Die Schritte haben englische Namen und die Ansagen werden in englischer Sprache gemacht, so dass die Mädchen zusätzlich das Gefühl für diese Fremdsprache trainieren.

 Im Jahr 2006 fand eine „Convention“ in Cloppenburg statt. Diese Gelegenheit nutzte Frau Schweiger mit ihren Clogging - Tänzerinnen. Fast alle Schülerinnen der AG und auch ehemalige Schülerinnen nahmen an dieser Veranstaltung teil. Sie konnten in einer Gruppe mit einhundert Personen Tänze erlernen und nach diesem Workshop vorführen. Es war für alle ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis.